Fantasiespiel und freies Spiel: So fördern Sie das So-tun-als-ob-Spiel Ihres Kindes
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Ein Holzklotz liegt auf einem Teller und wird feierlich serviert: „Kuchen!“
Fünf Minuten später ist derselbe Holzklotz ein Telefon. Das Sofa wird zum Bus und ein Tuch über zwei Stühlen verwandelt sich in ein Haus, in dem plötzlich drei Puppen, ein Stofftier und ein unsichtbarer Hund wohnen.
Für Erwachsene sieht das manchmal nach einem herrlichen Durcheinander aus. Für Kinder ist es etwas ganz anderes: Sie spielen mit Möglichkeiten.
Beim Fantasiespiel, auch Rollenspiel, symbolisches Spiel oder So-tun-als-ob-Spiel genannt, bekommt die Wirklichkeit für einen Moment neue Regeln. Ein Gegenstand kann für etwas anderes stehen, das Kind übernimmt eine Rolle oder erfindet eine Situation, die gerade nur in seiner Vorstellung existiert.
Eng damit verbunden ist das freie Spiel. Dabei bestimmt möglichst das Kind selbst, was gespielt wird, wie lange es gespielt wird und wohin sich die Idee entwickelt.
Beides überschneidet sich häufig, ist aber nicht dasselbe. Ein Kind kann frei mit Bausteinen konstruieren, ohne eine Fantasiegeschichte zu erfinden. Und es kann mit einem Erwachsenen gemeinsam ein intensives Rollenspiel entwickeln.
Entscheidend ist deshalb weniger, möglichst viel „Fantasiespiel zu trainieren“. Viel hilfreicher ist eine Umgebung, in der eigene Ideen überhaupt entstehen dürfen.
Was ist So-tun-als-ob-Spiel?
Beim So-tun-als-ob-Spiel behandelt ein Kind eine Situation, einen Gegenstand oder sich selbst so, als wäre etwas anderes der Fall.
- Ein Löffel wird zum Mikrofon.
- Eine Schachtel wird zum Auto.
- Das Kind ist plötzlich Tierärztin, Koch, Feuerwehrmann oder Drache.
- Eine Holzfigur bekommt Hunger, fährt zur Schule oder muss einen Schatz finden.
Eine solche symbolische Verwendung von Gegenständen gehört zur frühen Entwicklung. Das bedeutet allerdings nicht, dass Fantasiespiel bei jedem Kind gleich aussieht oder immer im gleichen Alter dieselbe Intensität erreicht.
Manche Kinder spielen stundenlang Familie oder Tierarzt. Andere bauen lieber Welten, lassen Fahrzeuge fahren, verkleiden sich oder wiederholen Alltagssituationen. Fantasie kann sehr unterschiedlich aussehen.
Freies Spiel und Fantasiespiel: Wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden häufig gemeinsam verwendet, beschreiben aber zwei unterschiedliche Aspekte des Spielens.
- Freies Spiel beschreibt vor allem, wer das Spiel bestimmt. Das Kind wählt die Tätigkeit, entwickelt eigene Regeln und entscheidet, wie es weitergeht.
- Fantasiespiel beschreibt dagegen, was im Spiel geschieht. Das Kind stellt sich etwas vor, übernimmt Rollen oder verwendet Dinge symbolisch.
Beides kann zusammenkommen.
Ein Kind nimmt drei Holzfiguren und erfindet spontan eine Familie, die mit einem Boot zu einer Insel fährt. Das ist gleichzeitig freies Spiel und Fantasiespiel.
Ein Kind sortiert dagegen konzentriert Steine nach Größe, weil es genau das gerade ausprobieren möchte. Das ist freies Spiel, aber nicht unbedingt So-tun-als-ob-Spiel.
Diese Unterscheidung ist hilfreich, weil Eltern sonst schnell glauben, jedes freie Spiel müsse besonders fantasievoll aussehen. Das muss es nicht. Auch Bauen, Sortieren, Sammeln, Bewegen, Experimentieren und Wiederholen können aus eigener Motivation heraus wertvolles freies Spiel sein.
Warum ist Fantasiespiel für Kinder interessant?
Fantasiespiel bietet einen ungewöhnlichen Raum: Kinder können Situationen erschaffen, verändern und wieder verlassen.
Dabei entstehen viele Gelegenheiten, Sprache zu verwenden, Rollen auszuhandeln, Handlungen zu planen und zwischen Wirklichkeit und Vorstellung zu wechseln.
Die American Academy of Pediatrics beschreibt symbolisches und fantasievolles Spiel als eine Spielumgebung, in der Kinder unter anderem Sprache, Erzählungen, soziale Interaktion und den Umgang mit realen Situationen erproben können.
Wenn zwei Kinder Restaurant spielen, müssen sie sich beispielsweise irgendwann darauf einigen, wer kocht, was auf der Speisekarte steht und ob drei Holzscheiben gerade Pizza, Pfannkuchen oder Geld sind.
Das Spiel schafft damit ganz natürlich Gesprächsanlässe.
Wenn eine Puppe zum Arzt muss, kann ein Kind eine Situation nachspielen, die es selbst erlebt hat.
Wenn ein Karton zum Raumschiff wird, muss das Kind keine physikalisch korrekte Rakete bauen. Es darf festlegen, wie dieses Raumschiff funktioniert.
Wichtig ist dabei, die wissenschaftliche Aussage nicht größer zu machen, als sie ist. Fantasiespiel wird mit verschiedenen Bereichen der Entwicklung in Verbindung gebracht, darunter Sprache, Selbstregulation und soziale Fähigkeiten. Forschungsübersichten weisen jedoch darauf hin, dass nicht bei allen Zusammenhängen eindeutig bewiesen ist, dass Fantasiespiel allein die Ursache der beobachteten Entwicklung ist.
Vielleicht ist die praktischere Sicht deshalb diese: Fantasiespiel gibt Kindern Gelegenheit, Fähigkeiten zu benutzen. Und genau diese Gelegenheit ist bereits wertvoll.
So fördern Sie Fantasiespiel, ohne das Spiel zu übernehmen
Eltern möchten verständlicherweise helfen. Gerade beim freien Spiel kann zu viel Hilfe aber schnell dazu führen, dass aus der Idee des Kindes die Idee des Erwachsenen wird.
Sie müssen deshalb nicht ständig neue Spielszenarien vorbereiten.
Oft reicht es, die richtigen Bedingungen zu schaffen.
1. Lassen Sie Gegenstände mehr als eine Sache sein
Sehr detailliertes Spielzeug kann faszinierend sein. Aber je genauer ein Gegenstand festlegt, was er ist und wie er benutzt werden soll, desto weniger muss das Kind selbst ergänzen.
Offene Materialien funktionieren anders: Ein Tuch kann Umhang, Decke, Fluss, Picknickdecke, Dach oder Kleid sein.
Die Spielseiden von Sarah's Silks im LillyGo Sortiment sind ein gutes Beispiel dafür. LillyGo beschreibt sie unter anderem zum Verkleiden, Häuserbauen, Tanzen und als Puppendecke. Das Material liefert also keinen fertigen Spielablauf. Die Bedeutung entsteht erst im Spiel.
Dasselbe Prinzip funktioniert übrigens auch ohne gekauftes Spielzeug: Kartons, Schüsseln, Tücher, Kissen und ungefährliche Alltagsgegenstände können hervorragendes Spielmaterial sein.
2. Wählen Sie Figuren, die nicht schon die ganze Geschichte erzählen
Eine Figur braucht nicht unbedingt einen festgelegten Beruf, Gesichtsausdruck und eine fertige Hintergrundgeschichte.
Manchmal entsteht gerade aus dem Unbestimmten mehr.
Die Wow! Familie von Grapat besteht aus drei unterschiedlich großen Holzfiguren, deren Rolle nicht festgelegt ist. Sie können im einen Spiel Eltern und Kind sein, später drei Reisende und am nächsten Tag Schülerinnen, Zauberer oder Bewohner einer selbst gebauten Stadt.
Das Spannende daran ist nicht, dass Erwachsene besonders kreative Geschichten für die Figuren erfinden.
Das Spannende ist, dass wir es nicht tun müssen.
3. Geben Sie Material zum Bauen ganzer Spielwelten
Fantasiespiel beginnt nicht immer mit einer Puppe oder einer Verkleidung. Manche Kinder beginnen ihre Geschichten beim Bauen.
Zuerst entsteht ein Haus. Dann braucht das Haus einen Weg. Neben dem Weg taucht ein Tiergehege auf. Schließlich wohnt dort vielleicht ein Drache, der nur montags herauskommen darf.
Offene Bauelemente eignen sich besonders gut für solche Veränderungen, weil das fertige Bauwerk nicht von Anfang an feststeht.
Das Regenbogen Haus von Grimm's kann beispielsweise zunächst gestapelt, sortiert und immer wieder neu zusammengesetzt werden. Später können dieselben Teile zum Haus für Figuren, zum Tunnel für Fahrzeuge, zum Zaun oder zu einem Teil einer größeren Fantasielandschaft werden.
Für Kinder, die gern größere Welten erschaffen, bietet das Bauspiel Lara von Grimm's noch mehr Möglichkeiten. Die unterschiedlich geformten Bauelemente lassen sich zu Mustern, Gebäuden, Schiffen und immer neuen Konstruktionen zusammensetzen.
Das Bauwerk ist dabei nicht unbedingt das Ergebnis des Spiels. Manchmal ist es erst die Bühne, auf der die eigentliche Geschichte beginnt.
4. Schaffen Sie Platz, aber kein perfektes Spielzimmer
Fantasiespiel braucht kein aufwendig eingerichtetes Spielzimmer. Ein freier Bereich auf dem Boden kann schon ausreichen.
Eine Decke über dem Tisch wird zur Höhle. Zwei Stühle werden zum Bus. Ein paar Kissen ergeben ein Schiff. Ein Karton kann heute ein Laden und morgen ein Raumschiff sein.
Wenn Sie Ihrem Kind eine etwas größere Kulisse anbieten möchten, kann auch ein Spielhaus Teil solcher wechselnden Geschichten werden. Das Cosy Cubby Spielhaus von Papperlapapp bietet dafür einen eigenen kleinen Raum, der nicht auf eine einzige Geschichte festgelegt sein muss. Heute ist es ein Zuhause, morgen ein Laden, eine Tierklinik, ein Postamt oder vielleicht die Kommandozentrale eines Raumschiffs.
Wichtiger als die perfekte Spielecke ist deshalb eine einfache Frage: Kann mein Kind entscheiden, was dieser Ort heute sein soll?
5. Stellen Sie nicht das ganze Spielzeug gleichzeitig bereit
Mehr Auswahl bedeutet nicht automatisch mehr Spielideen. Wenn Regale sehr voll sind, kann es schwieriger werden, sich für etwas zu entscheiden und länger bei einer Idee zu bleiben.
Eine überschaubare Auswahl reicht häufig aus:
- Ein paar Figuren.
- Einige Bauteile.
- Tücher.
- Schalen oder Körbe.
- Vielleicht ein Fahrzeug.
Andere Spielsachen können zeitweise weggeräumt und später wieder hervorgeholt werden.
Das bedeutet nicht, dass Sie ständig ein ausgeklügeltes Rotationssystem organisieren müssen. Es geht lediglich darum, nicht jedes verfügbare Spielzeug gleichzeitig präsentieren zu müssen.
Deutsche Informationen zur Kindergesundheit weisen darauf hin, dass Kinder für ihre Entwicklung nicht ständig neue Angebote und immer mehr Abwechslung benötigen. Wenn die Umgebung passt, kann weniger sogar hilfreicher sein als zu viel.
Wie können Eltern mitspielen, ohne Regie zu führen?
Wenn Ihr Kind Sie zum Tee einlädt, müssen Sie natürlich nicht antworten: „Nein danke, ich möchte dein selbstbestimmtes Spiel nicht beeinflussen.“
Trinken Sie den unsichtbaren Tee.
Fantasiespiel darf gemeinsam sein. Entscheidend ist, ob Sie mitspielen oder nach und nach die gesamte Geschichte übernehmen.
Wenn Ihr Kind sagt, dass Sie gemeinsam im Zug sitzen, können Sie fragen, wohin die Reise geht. Sie müssen nicht sofort Fahrkarten basteln, einen Bahnhof bauen und entscheiden, wohin der Zug fährt.
Eine hilfreiche Grundregel lautet:
Folgen Sie zuerst der Idee Ihres Kindes. Ergänzen Sie erst dann etwas, wenn es Unterstützung oder einen neuen Impuls braucht. Fragen wie „Was soll ich sein?“ lassen die Richtung beim Kind, während Erwachsene trotzdem aktiv am Spiel teilnehmen können.
Fragen, die Fantasiespiel öffnen können
Wenn das Spiel ins Stocken gerät, müssen Sie nicht gleich eine neue Geschichte erfinden.
Manchmal reicht eine offene Frage:
- „Was passiert als Nächstes?“
- „Wer wohnt hier?“
- „Was braucht dein Tier jetzt?“
- „Wo fährt das Auto hin?“
- „Was könnte das sein?“
Solche Fragen lassen viele Antworten zu.
Etwas anderes passiert bei Fragen, die bereits eine bestimmte Geschichte vorgeben:
- „Ist das jetzt die Mama?“ Vielleicht war die Figur gar keine Mama.
- „Baust du ein Schloss?“ Vielleicht war das Bauwerk kein Schloss.
- „Ist der rote Stein das Feuerwehrauto?“ Und vielleicht war der rote Stein gerade Erdbeerkuchen.
Beim Fantasiespiel muss nicht der Erwachsene erraten, was ein Gegenstand darstellt. Das Kind darf es festlegen.
Langeweile muss nicht sofort verschwinden
„Mir ist langweilig.“
Dieser Satz erzeugt bei Eltern manchmal erstaunlich schnell das Gefühl, jetzt eine Beschäftigung finden zu müssen.
- Malen?
- Puzzle?
- Basteln?
- Ein Buch?
- Bausteine?
- Rausgehen?
Natürlich dürfen Sie Vorschläge machen. Aber Sie müssen nicht jedes ruhige oder unentschlossene Zeitfenster sofort mit einer Aktivität füllen.
Eine eigene Spielidee braucht manchmal etwas Zeit, bevor sie entsteht.
Sie können Materialien zugänglich machen, Gesellschaft anbieten oder einen kleinen Impuls geben. Danach darf es aber auch einen Moment geben, in dem noch niemand weiß, was als Nächstes passiert.
Vielleicht entsteht aus „Ich weiß nicht, was ich spielen soll“ fünf Minuten später ein Restaurant für Kuscheltiere.
Freies Spiel beginnt nicht immer sofort. Manchmal muss erst ein bisschen Platz dafür entstehen.
Der Alltag liefert unendlich viele Ideen für Rollenspiele
Nicht jede Fantasiewelt braucht Drachen, Zauberer oder Märchenschlösser. Kinder greifen beim Rollenspiel häufig Situationen auf, die sie aus ihrem Alltag kennen.
- Kochen.
- Einkaufen.
- Busfahren.
- Zum Arzt gehen.
- Telefonieren.
- Ein Baby versorgen.
- Ein Paket ausliefern.
Ab dem Kleinkindalter ahmen Kinder zunehmend Alltagshandlungen nach und geben Gegenständen im Spiel eine neue Bedeutung. Ein Schuhkarton kann zum Schiff werden, ein Kissen zum Bus oder ein Stock zum Löffel.
Sie müssen deshalb nicht ständig neue Fantasiewelten für Ihr Kind vorbereiten. Lassen Sie es auch den echten Alltag beobachten und, wenn es passt, daran teilnehmen. Später tauchen Teile davon oft von selbst im Spiel wieder auf.
Muss Fantasiespiel immer friedlich und realistisch sein?
Nein.
- Ein Dinosaurier darf ein Haus zerstören.
- Zwei Figuren dürfen sich streiten.
- Ein Stofftier kann plötzlich krank werden.
- Ein Monster darf unter dem Tisch wohnen.
Kinder probieren in Rollenspielen unterschiedliche Situationen, Rollen und Perspektiven aus. Im Kitaalter wird dieses Spiel oft komplexer und findet häufiger gemeinsam mit anderen Kindern statt. Kinder schlüpfen zunehmend in verschiedene Rollen und lernen dabei, die Welt aus anderen Blickwinkeln zu sehen.
Nicht jede dramatische Geschichte muss deshalb von Erwachsenen interpretiert werden.
Natürlich gelten weiterhin Grenzen. Wenn ein anderes Kind nicht mehr mitspielen möchte, jemand verletzt wird oder Gegenstände absichtlich kaputtgehen, braucht das Spiel einen sicheren Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens darf Fantasie aber durchaus laut, seltsam, dramatisch oder vollkommen unrealistisch sein.
Was, wenn mein Kind kaum So-tun-als-ob spielt?
Kinder entwickeln unterschiedliche Interessen und haben ihr eigenes Tempo. Ein Kind erfindet vielleicht stundenlang Geschichten mit Figuren. Ein anderes baut lieber, sortiert Dinge, bewegt Fahrzeuge oder möchte wissen, wie reale Gegenstände funktionieren. Auch So-tun-als-ob-Spiel kann sehr klein beginnen.
- Ein Stofftier bekommt etwas zu essen.
- Ein Auto bekommt eine Stimme.
- Ein Holzteil wird kurz zum Telefon.
Gegen Ende des zweiten Lebensjahres beginnen Kinder häufig zunehmend damit, Gegenstände symbolisch zu verwenden. Umfangreichere Rollenspiele werden im Kindergartenalter oft deutlich sichtbarer. Solche Altersangaben sind jedoch keine Prüfung, die jedes Kind an einem bestimmten Tag bestehen muss.
Welches Spielzeug eignet sich für Fantasiespiel?
Vielleicht ist die bessere Frage nicht:
„Welches Spielzeug fördert Fantasie?“ Sondern: „Wie viele verschiedene Ideen lässt dieses Spielzeug zu?“
- Kann eine Figur heute eine Mutter und morgen eine Astronautin sein?
- Kann ein Tuch seine Funktion verändern?
- Kann aus denselben Bauteilen heute ein Haus und morgen ein Schiff entstehen?
- Kann das Kind selbst entscheiden, welche Geschichte richtig ist?
Offenes Spielmaterial muss dabei nicht vollkommen abstrakt sein.
- Ein Haus darf wie ein Haus aussehen.
- Eine Puppe darf eine Puppe sein.
- Ein Auto darf Räder haben.
Entscheidend ist vielmehr, ob neben der Gestaltung des Spielzeugs noch genügend Raum für die Idee des Kindes bleibt.
Genau deshalb passen Materialien wie Spielseide, die Wow! Familie von Grapat, das Regenbogen Haus von Grimm's, das Bauspiel Lara oder eine wandelbare Spielkulisse wie das Cosy Cubby Spielhaus gut in ein Umfeld, das freies und fantasievolles Spiel ermöglichen soll.
Nicht weil ein bestimmtes Spielzeug Fantasie automatisch erzeugt. Sondern weil es nicht schon jede Geschichte vorgibt.
Häufige Fragen zu Fantasiespiel und freiem Spiel
Was ist Fantasiespiel?
Beim Fantasiespiel erschaffen Kinder vorgestellte Situationen, übernehmen Rollen oder geben Gegenständen eine neue symbolische Bedeutung. Ein Holzstück wird zum Essen, ein Karton zum Auto oder das Kind spielt, es sei Tierärztin, Verkäufer, Drache oder Busfahrer.
Ist freies Spiel dasselbe wie Fantasiespiel?
Nein. Freies Spiel beschreibt vor allem, dass das Kind möglichst viel über Inhalt und Verlauf des Spiels selbst entscheidet.
Fantasiespiel beschreibt dagegen ein Spiel mit Rollen, erfundenen Situationen und symbolischen Bedeutungen. Freies Spiel kann Fantasiespiel sein, muss es aber nicht.
Ab wann beginnt So-tun-als-ob-Spiel?
Einfache Formen des Symbolspiels zeigen sich häufig gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Gegenstände bekommen dann im Spiel eine andere Bedeutung. Später werden Rollenspiele meist umfangreicher und komplexer.
Kinder entwickeln sich jedoch unterschiedlich, weshalb solche Altersangaben nur Orientierung bieten.
Muss ich mit meinem Kind Fantasiespiel spielen?
Nein. Kinder können allein, mit Geschwistern, Freunden oder Erwachsenen fantasievoll spielen.
Wenn Sie eingeladen werden mitzuspielen, dürfen Sie selbstverständlich mitmachen. Versuchen Sie dabei, zunächst der Idee Ihres Kindes zu folgen, statt sofort selbst die Handlung festzulegen.
Braucht mein Kind spezielles Spielzeug für freies Spiel?
Nein. Kartons, Kissen, Tücher, Schüsseln, Naturmaterialien und andere sichere Alltagsgegenstände können wunderbare Spielmaterialien sein.
Auch kindergesundheit-info.de weist darauf hin, dass realistisch aussehende Spielrequisiten nicht notwendig sind und sehr offene Gegenstände oft vielseitiger eingesetzt werden können.
Offenes Spielzeug kann eine schöne Ergänzung sein, ist aber keine Voraussetzung für Fantasiespiel.
Ist Spielzeug mit wenigen Funktionen automatisch besser?
Nein. Entscheidend ist nicht allein, wie einfach oder detailliert ein Spielzeug aussieht, sondern was Ihr Kind damit macht.
Ein schlichtes Material kann zehn verschiedene Rollen übernehmen. Ein detailliertes Puppenhaus kann wiederum Ausgangspunkt für eine stundenlange Geschichte werden. Eine Mischung kann deshalb genauso sinnvoll sein.
Fantasie braucht nicht ständig neue Ideen von Erwachsenen
Vielleicht liegt genau darin eine der schwierigsten Aufgaben für uns Erwachsene.
- Nicht sofort zu helfen.
- Nicht jedes Holzstück zu benennen.
- Nicht aus jedem Spiel eine Lernaufgabe zu machen.
- Nicht bei jedem „Mir ist langweilig“ innerhalb von zehn Sekunden ein neues Programm vorzuschlagen.
Kinder brauchen Nähe, Anregungen und eine Umgebung, in der sie spielen können.
Aber sie brauchen auch Momente, in denen noch nicht feststeht, was als Nächstes passieren soll.
- Ein Tuch liegt auf dem Boden.
- Drei Figuren stehen daneben.
- Ein paar Bauklötze sind noch vom Vormittag übrig.
Mehr braucht es manchmal gar nicht.
Fantasiespiel beginnt häufig genau dort, wo ein Gegenstand noch nicht die ganze Geschichte erzählt und ein Erwachsener sie noch nicht fertig geschrieben hat.
Dann darf das Kind übernehmen.
Und aus einem Holzklotz wird Kuchen.